Ein Brief an „Gusch Schalom“

 

Sehr geehrte Herren und Damen Patrioten,

 

Wir bekamen heute Ihren „Aufruf an Europa“ in die Hand und können nur den Kopf schütteln. Wie blind sind Sie eigentlich?

 

Bereits der zweite Absatz ist schon irrwitzig. Einerseits bitten Sie, gegen eine Kollektivstrafe vorzugehen, andererseits erklären Sie, dass das palästinensische Volk die Hamas gewählt hat.

Dieses Wahlergebnis spiegelt nun mal den Willen eines Volkes wieder und die Terrororganisation wurde doch nicht wegen der hübschen Gesichter der Kandidaten sondern wegen deren Ideologie und dem Versprechen eines Großpalästinas gewählt. 

Ein Volk, dass sich zu solch einer Wahl hinreißen lässt, muss auch mit den Folgen fertig werden.

 

Die Palästinenser wollen einen eigenen Staat, aber die palästinensische Regierung ist noch nicht einmal fähig, das Nötigste für seine Bewohner zu tun! Wir wissen sehr wohl um die Not der Einwohner der Palästinensischen Gebiete, aber das bereits seit 1994 aus Deutschland geflossene Geld – 350 Millionen [von den Geldern der verschiedensten Geberländer ganz zu schweigen] – müsste dieses kleine Stückchen Land doch bereits in eine blühende Oase umgestaltet worden sein, in dem jedes Kind eine ordentliche Schul- und Ausbildung genießen kann und die Männer statt im Kaffeehaus oder vor der Teestube zu sitzen, am Fließband stehen, Autoteile montieren oder Felder bestellen. Hier könnten Sie natürlich anführen, dass Fabriken und Infrastruktur vielerorts bei israel. Angriffen zerstört wurden. Aber warum geschah dies? Die Antwort kennen Sie selbst.

 

Einerseits fehlen Grundnahrungsmittel und Medikamente und andererseits werden Unsummen ausgegeben, um Selbstmordattentäter zu werben und auszubilden, Kinder in Camps zu Kindersoldaten heranzuzüchten, Raketen zu beschaffen, die auf israelisches Gebiet geschleudert werden (seit Jahresbeginn waren dies immerhin ca. 500).

Ist es diesbezüglich nicht sehr billig, Gelder bei der EU für ein Terrorregime zu erbetteln.

 

An anderer Stelle schreiben Sie [Zitat] „Gewiss müssen sie das Existenzrecht Israels anerkennen - genau wie Israel das Existenzrecht eines Staates. Palästina anerkennen muss. Aber solch eine Anerkennung wird mit den Verhandlungen kommen - und nicht umgekehrt.“ [Ende des Zitats]

Hat sich nicht Israel schon lange zur Anerkennung Palästinas durchgerungen, in dem man z. B. Siedlungen geräumt und eine Grenze zwischen den palästinensischen Autonomiegebieten und Israel gezogen hat? Wie zwischen fast allen Ländern unserer Erde - ausgenommen der EU-Staaten-Verbund - wurden ordentlich gesicherte Grenzanlagen und Übergänge, an denen Personen- und Warenkontrollen durchgeführt werden, errichtet, die leider an manchen Stelen so hoch sein müssen, dass niemand von den Hügeln aus auf israelischen Gebiet schießen kann. Wir wollen ja nicht zynisch sein, aber die Palästinenser wurden an diesem Bau nicht einmal finanziell beteiligt, was eigentlich auch üblich ist.

Aber auch dagegen wird Ihrerseits schärfstens protestiert! Eine Zwei-Staaten-Lösung ohne Grenzen - wie soll dies möglich sein?

 

Sie verlangen von einem demokratischen Europa mit einem Terrorregime zu verhandeln und dieses durch die internationale Beachtung zu stärken?  Wie würde es wohl jetzt in Südafrika aussehen, wenn damals die Staatengemeinschaft den großangelegten Boykott auf allen Ebenen nicht durchgesetzt hätte? Nelson Mandela wäre immer noch in Haft und die schwarze Bevölkerung hätte noch die selben „Rechte“ - nämlich gar keine.

 

Eigentlich müsste Ihr „Aufruf an Europa“ in etwa so lauten:

 

„Wir, israelische Patrioten, die wir uns Sorgen über die Zukunft unseres Staates machen, rufen Sie, die Führer der Europäischen Union hiermit auf :

 

 

Dann wäre das Problem Israel ganz schnell gelöst - es gäbe nur ein Problem: auch Sie,  Ihre Familien und Freunde wären betroffen, wären entweder tot oder bestenfalls heimatlos, vorausgesetzt Sie beantragen kein Asyl in Palästina.

 

Aber vielleicht verlegen Sie - insbesondere Herr Avneri -  ihren Wohnsitz nach Gaza-Stadt. Vielleicht würden Sie dann anders denken, wenn Sie am eigenen Leib spüren müssen, das Juden dort nur solange willkommen sind, wie sie Nutzen bringen.

 

Sehr geehrte Herren und Damen Patrioten, statt solche Aufrufe zu starten, könnten Sie selbst nach Gaza gehen und den dort Ansässigen Lektionen in Ackerbau und Viehzucht zu erteilen. Israel ist doch weltweit führend, was z.B. die Technologie der Tropfbewässerung betrifft

 

Voller Unverständnis

GMW

 

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